Neues aus der Branche von der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung
Was gibt es Neues aus der Branche der Lebensmittelverpackungen? Hier informieren wir Sie über Trends und Entwicklungen.
23. Juni 2026 | Der Verpackungsmonitor von der Allianz Verpackung und Umwelt (AVU) 2026 zeigt: Im Jahr 2024 fielen in Deutschland insgesamt 17,9 Mio. Tonnen Verpackungen an. Gegenüber 2021 entspricht dies einem Rückgang von 9 Prozent bzw. 1,8 Mio. Tonnen. Damit setzt sich die bereits 2022 erkennbare Trendwende fort – der jahrzehntelange Anstieg des Verpackungsverbrauchs ist gestoppt.
Neben der schwachen Konjunktur mit Konsumzurückhaltung, rückläufiger Bautätigkeit und sinkender Industrieproduktion tragen auch strukturelle Veränderungen zu dieser Entwicklung bei. Dazu zählen der verstärkte Einsatz von Mehrwegverpackungen, Gewichtsreduktionen bei Verpackungen, Optimierungen in der Logistik sowie der Rückgang des Außer-Haus-Verzehrs. Für 2030 prognostiziert die GVM einen weiteren Rückgang des Verpackungsaufkommens auf 16,4 Mio. Tonnen. Besonders Verpackungen aus Kunststoff und Glas dürften weiter an Bedeutung verlieren. Das Verpackungsaufkommen würde damit auf das Niveau von 2011 zurückfallen.
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23. Juni 2026 | Ein weiteres zentrales Ergebnis des AVU-Verpackungsmonitors 2026: Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Verpackungen bleibt begrenzt. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) ist nicht bereit, für Produkte mit nachhaltiger Verpackung einen höheren Preis zu zahlen. Weitere 25 Prozent würden einen Aufpreis von bis zu 5 Prozent akzeptieren, während lediglich 15 Prozent höhere Preisaufschläge in Kauf nehmen würden. Auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den Generationen: Jüngere Verbraucher*innen zwischen 18 und 24 Jahren zeigen eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft als ältere Altersgruppen, insbesondere die 45- bis 54-Jährigen.
Gleichzeitig messen die Verbraucher*innen dem Thema Nachhaltigkeit weiterhin eine hohe Bedeutung bei. Für 65 Prozent der Befragten sind Nachhaltigkeitsaspekte bei Verpackungen wichtig oder sehr wichtig, die Recyclingfähigkeit einer Verpackung bewerten sogar 70 Prozent als wichtig oder sehr wichtig. Besonders hoch ist auch die Akzeptanz der Mülltrennung: Für 88 Prozent der Befragten ist die Trennung von Verpackungsabfällen im Haushalt wichtig oder sehr wichtig. Die Ergebnisse verdeutlichen einen Zielkonflikt: Nachhaltige und recyclingfähige Verpackungen werden von Verbraucher*innen grundsätzlich erwartet, die Bereitschaft zur Übernahme zusätzlicher Kosten hat die Mehrheit jedoch nicht.
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23. Juni 2026 | Im Juni hat die Bundesregierung das Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) vorgestellt. Damit soll die Transformation zur zirkulären Wirtschaft beschleunigt werden. Bis 2029 sollen rund 260 Mio. Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt werden. Geplant sind unter anderem ein Förderprogramm für Innovationen, eine Digitalisierungsinitiative, Maßnahmen zur Stärkung der öffentlichen Beschaffung von Recyclingprodukten sowie Impulse für den Einsatz von Rezyklaten.
Das Aktionsprogramm setzt zunächst auf eine mehrjährige Aufbau- und Anschubphase, in der Förderinstrumente entwickelt und Investitionen angestoßen werden sollen. Kritiker bemängeln jedoch, dass viele Maßnahmen unverbindlich bleiben: So fehlen nach Ansicht von Plastics Europe konkrete Impulse für den dauerhaften Marktausbau für Kunststoffrezyklate, während das Institut der deutschen Wirtschaft Defizite bei Digitalisierung und Nachfrageförderung sieht.
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23. Juni 2026 | Die nationale Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung (EU-VerpackVO) hat Ende Mai kurzfristig für Unsicherheit gesorgt. Hintergrund war ein Einwand der EU-Kommission gegen den Entwurf des deutschen Verpackungsrechts-Durchführungsgesetzes (VerpackDG), der zunächst eine Verlängerung der Stillhaltefrist im Notifizierungsverfahren auslöste. Dadurch stand zeitweise die Frage im Raum, ob das deutsche Begleitgesetz rechtzeitig zum Geltungsbeginn der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) am 12. August 2026 in Kraft treten kann. Inzwischen hat sich die Situation jedoch entspannt: Die Bundesregierung wies die Kritik der Kommission zurück und argumentierte, die Beanstandungen beruhten teilweise auf Übersetzungsfragen und Missverständnissen des deutschen Verpackungsrechts.
Die EU-Kommission zog ihre ausführliche Stellungnahme daraufhin zurück. Damit entfällt die verlängerte Stillhaltefrist und eine Verabschiedung des VerpackDG vor dem Start der PPWR erscheint wieder möglich. Der Vorgang verdeutlicht zugleich, dass auch kurz vor Inkrafttreten der EU-VerpackVO noch Auslegungs- und Abgrenzungsfragen zwischen nationalem und europäischem Recht bestehen. Für Unternehmen reduziert dies die Planungssicherheit bei der Umsetzung künftiger Anforderungen.
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23. Juni 2026 | Die diesjährigen Leitmessen IFAT und Interpack standen klar im Zeichen von Kreislaufwirtschaft, Recyclingtechnik und resilienten Rohstoffstrukturen.
Auf der IFAT 2026 präsentierten rund 3.400 Aussteller Lösungen für Recycling, Ressourceneffizienz und digitale Stoffstromsteuerung. Besonders im Fokus standen Kunststoffrecycling, KI-gestützte Sortiertechnik sowie Verfahren zur Aufbereitung von Post-Consumer-Abfällen. Auch auf der Interpack dominierten Themen wie recyclinggerechtes Verpackungsdesign, Rezyklateinsatz und die Einhaltung der PPWR-Vorgaben. Deutlich wurde: Die Branche arbeitet intensiv an technischen Lösungen, gleichzeitig wächst der Druck durch regulatorische Vorgaben und hohe Investitionskosten.
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23. Juni 2026 | 20 Jahre nach Einführung des bundesweiten Einwegpfandsystems gilt die Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG) als Paradebeispiel für einen funktionierenden Stoffkreislauf: Mit Rücklaufquoten von rund 96 Prozent zählt das System zu den erfolgreichsten Sammel- und Rücknahmesystemen weltweit. Besonders hervorzuheben ist die Standardisierung des Systems: Nach den anfänglichen Insellösungen des Handels wurde mit der Gründung der DPG ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem geschaffen.
Die Rückgabe von Einwegpfandverpackungen ist für Verbraucher*innen heute selbstverständlich geworden. Das DPG-System hat damit nicht nur die hochwertige Rückführung von PET-Flaschen und Dosen ermöglicht, sondern auch maßgeblich zur Etablierung von Bottle-to-Bottle-Recycling beigetragen. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland weiterhin eine Vorreiterrolle ein.
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23. Juni 2026 | Das Wuppertal Institut warnt in einem neuen Positionspapier im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor einer zunehmenden Krise des Kunststoffrecyclings. Angesichts der ab 2030 geltenden Rezyklateinsatzquoten der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) droht eine Rezyklatlücke: Die Nachfrage nach Rezyklaten soll deutlich steigen, gleichzeitig geraten immer mehr Recyclingunternehmen wirtschaftlich unter Druck oder verlassen den Markt.
Um einen funktionsfähigen Rezyklatmarkt zu schaffen, schlägt der Autor Prof. Dr. Henning Wilts sechs Maßnahmen vor. Dazu zählen (1) eine stärkere Nutzung der öffentlichen Beschaffung zur Förderung von Rezyklaten, (2) die Verringerung der Materialvielfalt bei Kunststoffen, (3) beschleunigte Genehmigungsverfahren für Recyclinganlagen sowie (4) die Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle. Darüber hinaus werden vorgeschlagen: (5) eine globale Plastikabgabe zur Internalisierung externer Umweltkosten und (6) die Weiterentwicklung von Mindestrezyklatquoten durch marktbasierte Anreizsysteme.
Der Autor macht deutlich, dass ohne zusätzliche politische und wirtschaftliche Impulse die ambitionierten Rezyklatziele der kommenden Jahre kaum erreichbar sein werden. Gefordert sind daher Maßnahmen, die sowohl die Nachfrage nach Rezyklaten stärken als auch Investitionen in Recyclingkapazitäten und innovative Kreislauflösungen fördern.
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23. Juni 2026 | Eine Allianz aus 24 Herstellern von Obst- und Gemüsekonserven, Speiseölen, Senf, Saucen und weiteren Lebensmitteln will den Umstieg von Einwegglas auf ein standardisiertes Glas-Mehrwegsystem forcieren. Gemeinsam mit dem Mehrweganbieter dotch verfolgen die Unternehmen das Ziel, Mehrwegglas auch außerhalb der klassischen Getränkemärkte als Standard zu etablieren. Zu den Treibern zählen steigende CO₂-Kosten in der Glasherstellung, höhere Beteiligungsentgelte an duale Systeme sowie die zunehmenden regulatorischen Anforderungen durch die europäische Verpackungsverordnung.
Das System basiert auf standardisierten Mehrweggläsern, die marken- und produktübergreifend genutzt werden können. Laut Angaben der Initiative könnten durch einen breiten Umstieg auf Glas-Mehrweg bei vorverpackten Lebensmitteln jährlich bis zu 710.000 Tonnen Verpackungsabfälle und 409.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.
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26. März 2026 | Nach einem deutlichen Rückgang der Produktion von Kunststoffverpackungen in Deutschland im Jahr 2023 auf rund 3,81 Millionen Tonnen zeigt sich 2025 wieder eine leichte Zunahme mit einer Produktionsmenge von etwa 3,86 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Zuwachs um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz der deutschen Kunststoffverpackungsindustrie liegt bei 24,8 Milliarden Euro pro Jahr. Er ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent gesunken.
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26. März 2026 | Ab dem 12. August 2026 müssen alle EU-Mitgliedstaaten die meisten Vorgaben der europäischen Verpackungsverordnung unmittelbar anwenden. Um das Zusammenspiel mit dem deutschen Recht sicherzustellen, soll das bisherige Verpackungsgesetz (VerpackG) durch das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG) ersetzt werden. Nach der Verbändeanhörung zum Referentenentwurf Ende 2025 hat das Bundeskabinett das VerpackDG am 11. Februar 2026 beschlossen. Es folgt das europarechtliche Notifizierungsverfahren, anschließend beraten Bundestag und Bundesrat.
Vorgesehen sind eine Zulassungspflicht für alle Hersteller und beteiligten Organisationen, verbindliche Maßnahmen zur Abfallvermeidung sowie höhere Recyclingquoten. So steigen ab 2028 die Quoten für Aluminium- und Eisenmetallverpackungen auf 95 Prozent. Für Kunststoffverpackungen gilt künftig eine Recyclingquote von 75 Prozent. Bewährte Strukturen bei Registrierung, Sammlung und Überwachung bleiben erhalten.
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26. März 2026 | Deutschland hat 2024 einen Rekord beim Kunststoffrecycling erzielt: 70 Prozent der Kunststoffverpackungsabfälle wurden werkstofflich verwertet – so viel wie nie zuvor. Die Quoten beziehen sich ausschließlich auf systembeteiligungspflichtige Verpackungen, die bei einem dualen System beteiligt wurden. Das geht aus der gemeinsamen Bilanz von Umweltbundesamt (UBA) und Zentraler Stelle Verpackungsregister (ZSVR) hervor, die in Dessau vorgestellt wurde. Unter dem Titel „Mit Fakten gegen Mythen“ betonen UBA und ZSVR in ihrer Pressemitteilung, dass das Recycling von Verpackungsabfällen in Deutschland funktioniere. UBA-Expertin Bettina Rechenberg stellte klar, der Vorwurf, Kunststoff werde überwiegend verbrannt, sei damit widerlegt.
Die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Von 42 Prozent im Jahr 2018 stieg die Quote bis 2024 um fast 30 Prozentpunkte. Als zentrale Treiber dieser Entwicklung nennen UBA und ZSVR den technischen Fortschritt in Sortier- und Recyclinganlagen sowie ein zunehmend recyclinggerechtes Verpackungsdesign.
Bei der Gesamtbetrachtung zeigt sich ein gemischtes Bild: Mehr als die Hälfte der gesetzlich festgelegten Recyclingziele wurde erreicht oder sogar überschritten. Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton sowie aus Weißblech, Aluminium und Kunststoff lagen im Soll. Dagegen blieben Getränkekarton-, Glas- und Verbundverpackungen erneut hinter den vorgeschriebenen Vorgaben zurück.
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26. März 2026 | Mit den steigenden EU-Rezyklatquoten für Getränkeflaschen rückt die Herkunft von Rezyklaten aus PET (Polyethylenterephthalat) zunehmend in den Mittelpunkt der politischen und wirtschaftlichen Diskussion. Seit 2025 müssen PET-Getränkeflaschen mindestens 25 Prozent Rezyklat enthalten, was die Nachfrage nach lebensmitteltauglichem rPET (recyceltes Polyethylenterephthalat) stark erhöht hat. Ein wachsender Teil der benötigten Mengen stammt jedoch nicht aus europäischem Recycling, sondern aus Importen. Zu mindestens 20 Prozent wird der europäische Markt mit preisgünstigem rPET aus Drittstaaten versorgt.
Dies hat zu einer intensiven Debatte geführt, ob importiertes rPET auf die EU-Rezyklatquoten angerechnet werden darf. Einige Mitgliedstaaten wollen nur in der EU produziertes Rezyklat berücksichtigen, um europäische Recycler zu schützen, während andere eine Anrechnung von Importen befürworten, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Parallel arbeitet die EU an strengeren Kontroll- und Nachweissystemen für importierte Rezyklate, da es Hinweise gibt, dass teilweise Neuware als Recyclingmaterial deklariert wird. Die Diskussion zeigt, dass die Herkunft und Nachverfolgbarkeit von Rezyklaten künftig eine zentrale Rolle für den europäischen Kunststoff- und Verpackungsmarkt spielen wird.
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11. Dezember 2025 | Das Umweltbundesamt (UBA) hat im November mit einer Verwaltungsvorschrift eine Mengenschwelle von 500 Gramm eingeführt: Einwegkunststoffprodukte wie Tüten, Folienverpackungen und Lebensmittelbehälter mit einem Lebensmittelinhalt über 500 Gramm gelten künftig nicht als „zum unmittelbaren Verzehr bestimmt“ und sind damit nicht mehr Teil des Anwendungsbereichs des Einwegkunststofffondsgesetzes. Für Serviceverpackungen gilt: Ob sie unter die Mengenschwelle von 500 Gramm fallen, ist nicht pauschal festgelegt, sondern muss im Einzelfall anhand der tatsächlichen Füllmenge beurteilt werden. Ist diese nicht bekannt, dient das Füllgewicht vergleichbarer Produkte auf dem Markt als Referenz zur Einstufung.
Quellen:
11. Dezember 2025 | Mit der neuen Norm DIN EN 18065 wird erstmals ein einheitliches europäisches Klassifizierungs‑ und Qualitätssystem für Kunststoffrezyklate eingeführt. Die Norm besteht im Kern aus den sogenannten Datenqualitätsleveln (DQL), die ihren Ursprung in den vorangegangenen DIN SPEC-Normen haben. Die DQL ermöglichen eine standardisierte Einordnung von Rezyklaten anhand definierter Kriterien wie zum Beispiel der Herkunft, der Materialeigenschaften oder die zugrundeliegenden Recyclingverfahren. So entsteht eine transparente und vergleichbare Datengrundlage für den Materialeinsatz in der Industrie.
Ziel der Norm ist es, Vertrauen in Sekundärrohstoffe zu stärken und den Einsatz von Rezyklaten auch in Branchen mit hohen Qualitätsanforderungen wie der Verpackungs- oder Automobilindustrie zu erleichtern.
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11. Dezember 2025 | Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat 122 Studien aus den Jahren 2018 bis 2023 zur Freisetzung von Mikro- und Nanoplastik (MNP) aus Lebensmittelkontaktmaterialien analysiert – darunter Verpackungen, Flaschen, Teebeutel und Küchenutensilien. Das Ergebnis: Viele der untersuchten Studien weisen methodische Schwächen auf. Kunststoffpartikel wurden häufig nicht eindeutig identifiziert, da Analyseverfahren unzureichend validiert waren oder Laborverunreinigungen nicht ausgeschlossen wurden. Beispielsweise konnten Kunststoffpartikel nicht sicher von anderen Partikeln unterschieden werden. Die EFSA kommt daher zu dem Schluss, dass die tatsächliche Freisetzung von Mikroplastik aus Verpackungen in vielen Studien deutlich überschätzt wurde. Zugleich warnt sie vor voreiligen Entwarnungen: Für Nanoplastik fehlt es nach wie vor an belastbaren Daten. Die EFSA empfiehlt daher standardisierte Analysemethoden und belastbare Expositionsabschätzungen.
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11. Dezember 2025 | Laut dem aktuellen Branchenbericht von Plastics Recyclers Europe (PRE) stagniert die Recyclingkapazität in Europa im Jahr 2024 – nach Jahren des Wachstums ein deutliches Warnsignal. Gleichzeitig nehmen Werksschließungen zu. Hauptgründe sind hohe Energie- und Betriebskosten, eine rückläufige Nachfrage nach Rezyklaten sowie die zunehmende Konkurrenz durch günstigere Importe von Neu- und Sekundärkunststoffen.
Besonders kritisch: Ohne zusätzliche politische und marktseitige Impulse droht die Gefahr, dass gesetzlich vorgeschriebene Rezyklateinsatzquoten nicht erreicht werden können. So schreibt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) beispielsweise einen Rezyklatanteil von 30 Prozent für PET-Lebensmittelverpackungen und von 10 Prozent für andere Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff vor. Der PRE-Bericht mahnt daher gezielte Maßnahmen wie Investitionsanreize, faire Wettbewerbsbedingungen und Qualitätsstandards an.
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11. Dezember 2025 | Das Bundesumweltministerium (BMUKN) hat seinen Referentenentwurf für das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz veröffentlicht. Der Entwurf dient der Umsetzung der ab 12. August 2026 geltenden europäischen Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 in deutsches Recht.
Kernpunkt ist die Ausweitung der Zulassungspflichten: Künftig müssen alle Organisationen, die Herstellerpflichten kollektiv wahrnehmen – nicht nur duale Systeme – ein formales Zulassungsverfahren bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) durchlaufen.
Zudem sollen Hersteller Maßnahmen zur Abfallvermeidung mitfinanzieren. Geplant ist ein Beitrag von fünf Euro je bereitgestellter Verpackungstonne, der etwa Mehrwegsysteme fördern oder Verbraucheraufklärung finanzieren soll.
Die Länder- und Verbändeanhörung endete am 5. Dezember 2025. Der überarbeitete Referentenentwurf soll im ersten Quartal 2026 im Bundeskabinett beschlossen werden.
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18. September 2025 | Der langjährige Trend steigender Verpackungsmengen ist gebrochen. Das Verpackungsaufkommen geht seit 2022 materialübergreifend zurück. Besonders stark nahmen die Materialien Holz, PPK (Papier, Pappe, Karton), Kunststoff und sonstiger Stahl ab. Signifikante Zuwächse gab es nur bei den Papierverbunden.
Bis 2030 ist ein weiterer starker Rückgang des Verpackungsaufkommens zu erwarten. Bis 2030 geht die GVM nach dieser Prognose von einem Rückgang des Verpackungsaufkommens um 7,5 Prozent bzw. 1,3 Mio. Tonnen aus. Treiber sind insbesondere Digitalisierung, sinkende Konsumnachfrage, abnehmende Nachfrage nach Vorleistungsgütern, Einsatz von Mehrwegverpackungen, Abmagerung der Verpackungsgewichte, technischer Fortschritt auf Produktebene, Miniaturisierung, politische Eingriffe in den Markt für Verpackungen und Vorwirkungen der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation).
Die Entwicklung bis 2030 wird allerdings aus konjunkturellen Gründen nicht linear verlaufen. Für 2025 und 2026 ist vorübergehender Wiederanstieg des Verpackungsverbrauchs möglich.
18. September 2025 | Eine vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie zeigt: Ökonomische Instrumente können entscheidend dazu beitragen, den Verpackungsverbrauch zu senken und das Kunststoffrecycling zu stärken. Besonders effektiv sei eine Verpackungssteuer, die Verpackungsmengen reduziert, Mehrweglösungen fördert und die Recyclingfähigkeit verbessert. Ergänzend empfiehlt das Projektkonsortium, dem das Öko-Institut, die GVM, Cyclos und Prof. Dr. Klinski angehören, Rezyklatquoten und Ausgleichsabgaben auf nicht recycelte Verpackungen, um Anreize für den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu schaffen.
Ob und wie die Politik die Empfehlungen aufgreifen wird, ist offen.
24. Juni 2025 | Die Bundesregierung setzt im Koalitionsvertrag 2025 klare Prioritäten für Verpackungen und Ressourcenkreisläufe. Herzstück der geplanten Umweltpolitik ist die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS). Geplant ist zudem eine Reform des § 21 Verpackungsgesetzes (VerpackG). Ziel ist es, durch finanzielle Anreize gezielt recyclingfähige Verpackungen sowie den Einsatz von Rezyklaten zu fördern. Bereits die Vorgängerregierung hatte sich eine Reform des § 21 VerpackG vorgenommen, bevor es zum Koalitionsbruch kam. Das chemische Recycling soll als Ergänzung zum mechanischen Recycling in die Abfallhierarchie aufgenommen werden. Für europäische Kohärenz will die Regierung die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) praktikabel umsetzen. Ebenso heißt es im Koalitionsvertrag, dass Strategien zur Abfallvermeidung, zum Rezyklateinsatz und zur Shared Economy gestärkt werden sollen.
24. Juni 2025 | Das Bundesumweltministerium (BMUKN) will noch 2025 Eckpunkte für eine Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) vorlegen – ein zentrales Instrument zur Umsetzung der zirkulären Transformation. Laut Vertreter*innen des BMUKN soll das Papier kurzfristig umsetzbare Maßnahmen enthalten. Eine begleitende Digitalisierungsinitiative soll verbleibende Stoffstromlücken schließen. Auch Gesetzesnovellen, etwa zur Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) und zum Elektrogesetz (ElektroG), sollen die Kreislaufführung stärken.
Bei Verpackungsabfällen sprach sich das BMUKN gegen eine nationale Verpackungssteuer aus. Stattdessen setzt die Bundesregierung auf Instrumente wie den Einwegkunststofffonds und EU-weit koordinierte Maßnahmen.
24. Juni 2025 | Die aktuelle Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2024“, herausgegeben vom Umweltbundesamt und durchgeführt vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), zeigt: Plastikmüll zu reduzieren bleibt eines der drängendsten Umweltanliegen der Bevölkerung. 79 Prozent der Befragten halten die Verringerung von Kunststoffabfällen und -einträgen in die Umwelt für sehr wichtig, weitere 17 Prozent für eher wichtig. Damit steht das Thema auf Platz eins der genannten Umweltprioritäten. Auch die Kreislaufwirtschaft zu fördern wird hoch bewertet: 70 Prozent der Teilnehmenden stuften sie als sehr wichtig ein.
Trotz insgesamt leicht sinkender Relevanz des Umweltschutzes infolge multipler Krisen bleibt der gesellschaftliche Rückhalt für Maßnahmen gegen Plastikmüll und für Ressourcenschonung stabil. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von über 2.500 Personen ab 18 Jahren im Herbst 2024.
24. Juni 2025 | Das mineralische Barrierematerial soll die Recyclingfähigkeit der Becher erhöhen. Darüber hinaus sind Becher und Deckel von DIN CERTCO als industriell kompostierbar sowie für den Heimkompost zertifiziert. Der neue Becher wird aus dem Karton von Metsä Board und einer von Qwarzo® in Italien entwickelten Beschichtung auf Mineralienbasis hergestellt. Der neue Heißgetränkebecher wird 2025 schrittweise in ausgewählten europäischen Märkten eingeführt. Starbucks hat im Mai 2025 in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, einen neu entwickelten Heißgetränkebecher eingeführt. Dieser besteht aus Karton mit einer mineralischen Beschichtung auf Basis von Kieselerde, die die bisherige Kunststoffauskleidung ersetzt. Der Deckel besteht aus Zellstofffasern und ist mit derselben Beschichtung versehen. Die neuen Becher und Deckel sind im Altpapierstrom recycelbar.
19. März 2025 | Die IK - Industrievereinigung Kunststoffverpackungen veröffentlichte Anfang März 2025 die Ergebnisse der Branchenstatistik zu Kunststoffverpackungen mit dem Bezugsjahr 2024. Diese Statistik über die deutsche Produktion von Kunststoffverpackungen erstellt die GVM jährlich im Auftrag der IK. Die Ergebnisse zeigen: Nach Tonnage stieg die Produktion von Kunststoffverpackungen um 1,1 Prozent, nach Umsatz ging die Produktion um 1,5 Prozent zurück.
Im Jahr 2023 ist die deutsche Produktion von Kunststoffverpackungen stark eingebrochen (minus 10 Prozent nach Tonnage, minus 7,7 Prozent nach Umsatz). Vor diesem Hintergrund können die neuen Daten für 2024 so bewertet werden, dass eine substanzielle Erholung im Jahr 2024 ausblieb. Die negative Entwicklung hat drei wesentliche Ursachen: Die Substitution der deutschen Produktion durch Importe, die Substitution von Kunststoff durch andere Materialien und der Rückgang des gewerblichen Verbrauchs.
Quelle: Sitzung des GKV-Vorstandes 2025

10. Dezember 2024 | Im Jahr 2023 wurden in Deutschland insgesamt 380,6 Kilotonnen PET-Preforms und -Flaschen produziert. Das entspricht einem Rückgang von 45 Kilotonnen bzw. 10,5 % im Vergleich zu 2021.
2023 wurden 97,6 % der PET-Getränkeflaschen in Deutschland recycelt. Die Schlüsselrolle für den nahezu geschlossenen Stoffkreislauf spielt das Pfandsystem für Einweg- und Mehrwegflaschen. 96 % der PET-Flaschen werden über die Pfandsysteme erfasst. Damit bleibt Deutschland ein Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft von Getränkeflaschen.
Rund die Hälfte des Recycling-Outputs wird wieder für die Produktion von PET-Getränkeflaschen eingesetzt. 2023 wurde in Deutschland erstmals mehr sogenanntes R-PET in der Flaschenproduktion eingesetzt (51 %) als PET-Neuware. Im Verbrauch ist der Rezyklatanteil mit 47 % etwas geringer. Der Einsatz von R-PET hat sich seit 2021 um 6 Prozentpunkte (Produktion) beziehungsweise 9 Prozentpunkte (Verbrauch) erhöht.

10. Dezember 2024 | PET-Getränkeflaschen werden leichter, der Anteil von Recyclingmaterial nimmt zu und die Recyclingquote steigt. Das sind die zentralen Ergebnisse eines 10-Jahres-Vergleichs für PET-Flaschen in Deutschland.
Die Einsatzgewichte der PET-Getränkeflaschen haben sich seit 2013 stark reduziert. Für 0,5-l-Flaschen und 1,5-l-Flaschen sind die durchschnittlichen Einsatzgewichte zum Teil um über 10 % gesenkt worden. Produzenten und Abfüller haben im Zuge der Umstellung auf sogenannte Tethered Caps auch auf Kurzgewinde umgestellt. Diese Umstellung reduziert das Einsatzgewicht am materialintensiven Gewinde erheblich.
Seit 2013 hat sich der R-PET-Anteil in der deutschen Preformproduktion mehr als verdoppelt. Bestanden PET-Flaschen 2013 zu 24 % aus R-PET, waren es 2023 51 %. Die steigenden Rezyklatanteile in den PET-Getränkeflaschen sind auch Ergebnis der zahlreichen Selbstverpflichtungs- und Absichtserklärungen der Abfüller und Händler, den Flaschenkreislauf zu schließen.
Bei der Sammlung und Verwertungszuführung sind PET-Flaschen seit Jahren Vorreiter. Dennoch konnten auch hier weitere Erfolge gefeiert werden. Die Recyclingquote stieg von 94 % in 2013 auf 98 % in 2023. Gründe für die Zunahme der Recyclingquote sind: steigende Rückgabequoten bepfandeter PET-Flaschen, das zunehmende Recycling durch die dualen Systeme, die Erweiterung der Pfandpflicht
in 2022 sowie die Qualitätssteigerung in der Recyclinginfrastruktur.
Quelle:
10. Dezember 2024 | Im Jahr 2022 wurden in der EU 83,4 Millionen Tonnen Verpackungen verbraucht –ein Rückgang um 1,6 Prozent (oder 1,4 Millionen Tonnen) im Vergleich zu 2021, wobei der Verbrauch aller Verpackungsabfallmaterialien rückläufig war. Der größte Anteil der Verpackungsabfälle entfiel auf Papier und Pappe (41 Prozent), gefolgt von Kunststoff und Glas mit jeweils 19 Prozent. Die Recyclingmenge hingegen ist um 0,3 Prozent angestiegen. Insgesamt wurden 65,4 Prozent der Verpackungsabfälle recycelt. Der Verbrauch von Kunststoffverpackung betrug 16,1 Mio. Tonnen, wovon 41 Prozent recycelt wurden. Im Vergleich zu 2021 ist der Verbrauch um 0,4 Prozent zurückgegangen.
Quelle: https://ec.europa.eu/eurostat/de/web/products-eurostat-news/w/ddn-20241024-3
Bei der Bewertung der Eurostat-Daten ist zu berücksichtigen, dass die zugrunde gelegten nationalen Daten nur bedingt vergleichbar sind. Die Berichterstattungspflichten werden nicht von allen Mitgliedstaaten eingehalten. Das führt insbesondere zu einer Unterschätzung des Verpackungsverbrauchs und einer Überschätzung der Verwertungsmengen an der definierten Schnittstelle (Eingang in das letzte Recyclingverfahren).

10. Dezember 2024 | In der EU wurden 2022 29,8 Milliarden leichte Kunststofftragetaschen ausgegeben. Das entspricht einem pro Kopf-Verbrauch von 67 Stück. 2021 lag der pro Kopf-Verbrauch noch bei 77 Stück. Damit wurden in der EU insgesamt 4,7 Mrd. leichte Kunststofftragetaschen eingespart.
Als leichte Kunststofftragetaschen sind dabei alle Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke kleiner 50 Mikrometern berücksichtigt. Darunter fallen auch die sogenannten Hemdchenbeutel (sehr leichte Kunststofftragetaschen, < 15 Mikrometer), die beispielsweise im Selbstbedienungsbereich für Obst und Gemüse angeboten werden. Alle EU-Länder haben nun Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs eingeführt, wie in der Richtlinie über Kunststofftragetaschen gefordert. Bis Ende 2025 soll jeder Mitgliedstaat den Verbrauch auf unter 40 Tragetaschen pro Person reduzieren.
In Deutschland ist der Verbrauch von Kunststofftragetaschen im Kassenbereich seit 2015 stark zurückgegangen. 2015 wurden in Deutschland 5,6 Mrd. Kunststofftragetaschen in Verkehr gebracht. Bis 2022 ist der Verbrauch auf 1,0 Mrd. Stück zurückgegangen. Ohne die Kunststofftragetaschen aus dem Selbstbedienungsbereich (z.B. für Obst und Gemüse) verbrauchte jeder Deutsche 2015 68 Kunststofftragetaschen, davon 58 Stück mit einer Wandstärke von unter 50 Mikrometern. 2022 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 11 bzw. 10 Kunststofftragetaschen.
Die europäischen Reduktionsziele beziehen auch Kunststofftragetaschen ein, die im Selbstbedienungsbereich eingesetzt werden. Werden auch diese Kunststofftragetaschen berücksichtigt, ergibt sich für 2022 ein Pro-Kopf-Verbrauch von 36 Kunststofftragetaschen bzw. 35 Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke unter 50 Mikrometern. Das europäische Reduktionsziel hat Deutschland folglich bereits erreicht.
Quellen: GVM (2024): Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland 2022, Veröffentlichung bevorstehend; https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20241112-2
Bei der Bewertung der Eurostat-Daten ist zu berücksichtigen, dass die zugrunde gelegten nationalen Daten nur bedingt vergleichbar sind. Die Berichterstattungspflichten werden nicht von allen Mitgliedstaaten eingehalten.
10. Dezember 2024 | Das Europäische Parlament hat die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) beschlossen. Die Verordnung soll nach dem Votum des Rats der EU Anfang 2025 in Kraft treten und gibt unter anderem verbindliche Vorgaben zur Reduzierung von Verpackungsmüll in der EU. Die Verordnung wird vom Verband Plastics Europe begrüßt, der sich für „ambitionierte und umsetzbare“ Rezyklateinsatzquoten und für die Umnutzung und Wiederverwertung von Kunststoffen ausspricht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert hingegen, dass die vorgesehenen Maßnahmen für Deutschland nicht ausreichen werden, um eine Verpackungswende durch den Ausbau von abfallarmen Mehrwegsystemen herbeizuführen.
10. Dezember 2024 | Auf dem UN-Plastikgipfel in Südkorea verhandelten bis zum 1. Dezember 2024 Vertreter*innen von mehr als 170 Staaten über eine Eindämmung des globalen Plastikaufkommens. Im Fokus standen dabei etwa die weitere Reduzierung von Einwegplastik und die Ausweitung des Kunststoffrecyclings, um weniger Kunststoffprodukten zu produzieren. Doch der Durchbruch blieb aus – die Staaten wollen die Verhandlungen im kommenden Jahr fortsetzen.
Quelle: https://www.k-zeitung.de/un-plastikabkommen-fortschritt-vertagt
10. Dezember 2024 | Die Mehrwegflasche für Speiseöl vom Anbieter Dotch hat den deutschen Verpackungspreis gewonnen. Dotch bietet ein Mehrwegsystem für vorverpackte Lebensmittel im Glas als Full-Service Dienstleistung an. Den bereits erfolgten Start des Projekts bildet ein System im Segment Speiseöle und Essig, für das eigens eine Mehrwegflasche entwickelt und eingeführt wurde. Den vollständigen Mehrwegkreislauf hat Dotch in Kooperation mit vielen Branchenpartnern über zwei Jahre entwickelt.

2. September 2024 | Ab Juli 2024 müssen gemäß EU-Richtlinien alle Einwegplastikflaschen mit fest verbundenen Verschlusskappen, sogenannten „Tethered Caps“, ausgestattet sein. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Menge an Plastikabfällen zu reduzieren und die Recyclingquoten zu erhöhen. Die fest verbundenen Verschlüsse sollen verhindern, dass die Kappen verloren gehen und so die Umwelt belasten. Dies ist Teil der umfassenden Bemühungen der EU, den Plastikverbrauch zu verringern und das Recycling zu fördern.
Doch trotz der positiven Absicht stößt die neue Regelung auf Kritik. Verbraucher bemängeln die Handhabung der Verschlüsse, die sich als umständlich erweisen kann: Die Kappen sind oft schwer zu öffnen und zu schließen, was zu Frustration führt. Es ist zudem zu bezweifeln, ob die Maßnahme tatsächlich zu einer Reduktion des Litterings führt. Hierzulande gelangen wenige Verschlüsse in die Umwelt, da das bestehende Pfandsystem bereits sehr gut funktioniert und der weit überwiegende Teil der Verschlüsse mit der Flasche zurückgegeben wird. Der größte Vorteil der „Tethered Caps“ liegt noch darin, dass die Gewindehälse der Flaschen kürzer und damit die Flaschen leichter werden können. Kritiker sehen in der Einführung von Tethered Caps eher einen symbolischen Akt, der wenig zur Lösung des Problems beiträgt, jedoch hohe Kosten für die Industrie verursacht.

2. September 2024 | 2022 stieg in Deutschland der Verbrauch von Wässern und Erfrischungsgetränken, bedingt durch den langen, warmen Sommer und die Aufhebung der Corona-Beschränkungen. Der Außer-Haus-Konsum normalisierte sich, was die Verkaufszahlen ankurbelte. Die Mehrwegquote erhöhte sich nur leicht im Vergleich zum Vorjahr.
Ein bedeutender Schritt war die Ausweitung der Pfandpflicht ab 2022, die nun auch Getränke wie Säfte und Spirituosen erfasst, soweit sie in Einweg-Kunststoffflaschen oder Getränkedosen abgefüllt sind. Ab 2024 werden zudem Milchgetränke einbezogen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Mehrwegquote langfristig zu steigern. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Quote in den kommenden Jahren entwickelt.
Quelle: GVM (Veröffentlichung bevorstehend): Bundesweite Erhebung von Daten zum Verbrauch von Getränken in Mehrweggetränkeverpackungen in Deutschland- Bezugsjahr 2022, Herausgeber: Umweltbundesamt, Dessau-Roslau
2. September 2024 | Die Allianz Verpackung und Umwelt hat im Rahmen des Verpackungsmonitors Ergebnisse einer Verbraucherbefragung durch YouGov veröffentlicht. Für mehr als 6 von 10 Verbrauchern sind Nachhaltigkeit (62 %) und Recyclingfähigkeit (67 %) einer Verpackung bei der Kaufentscheidung wichtig. 41 % der Verbraucher sind bereit, einen Aufpreis von bis zu 5 % für nachhaltigere Verpackungen zu zahlen. Die Altersgruppe 18-34 Jahre ist eher bereit, höhere Preise zu zahlen, als die Altersgruppen ab 35 Jahren.
Ein Engpassfaktor für höhere Recyclingquoten ist die Mülltrennung im Haushalt. Nur 70 % der 18-34-jährigen hält die Mülltrennung für wichtig. In der Gesamtbevölkerung sind es 81 %. 3 von 10 Verbrauchern kaufen regelmäßig unverpackte Produkte, um Verpackungen zu vermeiden. Vor allem Obst und Gemüse sowie Backwaren werden häufig oder sehr häufig unverpackt gekauft. Eher selten unverpackt gekauft werden Müsli, Nudeln und Reis oder Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel.
Quelle: https://www.avu-online.de/wp-content/uploads/2024/07/AVU-Verpackungsmonitor-11-Juli-24-2.pdf
2. September 2024 | Die Kreislaufführung von Verpackungen spart Ressourcen. Der Ersatz von Primärmaterial durch recycelte Verpackungen hat 2022 nach Berechnungen des ifeu Instituts 15 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.
Dafür wurde der gesamte Prozess von der Packmittelherstellung bis zur Sortierung und Aufbereitung zum Sekundärmaterial ökobilanziell bewertet. Im letzten Schritt wird die Substitution von Primärmaterialien gutgeschrieben. Dabei wurde auch ein möglicher Materialabbau durch Recycling berücksichtigt.
Der Recyclingnutzen ist der prozentuale Anteil der Treibhausgasminderung durch das Recycling im Verhältnis zu den Umweltlasten der Material- und Verpackungsproduktion, des Transports und der Verwertung.
Die Anrechnung des Recyclingnutzens verändert die Treibhausgasbilanz der Verpackung. Je nach Recyclingrate werden unterschiedlich hohe Gutschriften vergeben. Den größten Recyclingnutzen haben Aluminium und Glasverpackungen. Der Recyclingnutzen von Kunststoffverpackungen betrug 2022 47 %. Der Engpassfaktor ist hier insbesondere die Recyclingzuführung.
2. September 2024 | Die Quote der stofflichen Verwertung von Verpackungen in Deutschland betrug 2022 74,6 %. Das geht aus Ergebnissen der GVM hervor, die im AVU-Verpackungsmonitor veröffentlicht wurden.
Die Recyclingquote für den Gesamtverbrauch von Verpackungen ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte angestiegen.
Die Recyclingquote von Kunststoffverpackungen hat sich 2022 deutlich erhöht (+2,4 %-Punkte). 65,9 % der Kunststoffverpackungen wurden stofflich verwertet. Gründe für den Anstieg ist der steigende Anteil hochgradig recyclingfähiger Kunststoffverpackungen sowie die höheren Quotenanforderungen an die dualen Systeme.
Quelle: GVM (Veröffentlichung bevorstehend): Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2022, Herausgeber: Umweltbundesamt, Dessau-Roslau
2. September 2024 | Das Verpackungsaufkommen in Deutschland ist 2022 auf 19,0 Mio. t Verpackungen gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 3,4 % bzw. 0,6 Mio. Tonnen. Das Verpackungsaufkommen geht über alle Materialfraktionen zurück. Der Rückgang des Verpackungsaufkommens im Jahr 2022 ist auch auf konjunkturelle Effekte zurückzuführen. Diese gingen mit Inflation, sinkenden Realeinkommen und Konsumzurückhaltung einher. Gewerblich anfallende Verpackungen machten 2022 54 % aller Verpackungen aus. Auf den privaten Endverbrauch entfällt der kleinere Teil des Verpackungsaufkommens (46 %).
3,2 Mio. Kunststoffverpackungen wurden 2022 verbraucht. Damit machen Kunststoffverpackungen 17 % des Gesamtverbrauchs aus. PPK-Verpackungen (inkl. Verbunde) machen mit 8,4 Mio. Tonnen 44 % des Gesamtverbrauchs aus.
Weitergehende Ergebnisse zum Verpackungsverbrauch werden auf der Website des Umweltbundesamts veröffentlicht.
Quelle: GVM (Veröffentlichung bevorstehend): Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2022, Herausgeber: Umweltbundesamt, Dessau-Roslau

27. Juni 2024 | Im April 2024 zeigte der Verpackungssektor eine leichte Verbesserung des Geschäftsklimas, wie aus dem aktuellen ifo-Geschäftsklimaindex hervorgeht. Besonders im Bereich Papier und Kartonagen gab es positive Entwicklungen. Der Auftragsbestand stieg erstmals seit Monaten, was auf eine stabile Nachfrage zurückzuführen ist. Die Unternehmen planen, ihre Produktion in den kommenden Monaten zu erhöhen, während die Preisniveaus stabil bleiben sollen.
Im Kunststoffbereich setzte sich der positive Trend fort, trotz schwacher Auslandsnachfrage. Die Stimmung verbesserte sich und es gibt Hoffnungssignale für die kommenden Monate. Die Produktion blieb konstant und die Lagerbestände wurden teilweise erhöht.
Im Glasbereich sind die Erwartungen weniger pessimistisch, aber die aktuelle Lage bleibt aufgrund rückläufiger Neuaufträge angespannt. Die Exporterwartungen sind konstant, aber die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand ist weiterhin hoch.
Die Holzverpackungsindustrie verzeichnete ebenfalls eine leichte Verbesserung, bleibt jedoch durch hohe Lagerbestände und rückläufige Produktion belastet. Die Erwartungen sind nach wie vor pessimistisch, aber erste vorsichtige Preiserhöhungen werden erwogen.
Auch im Metallbereich zeigte sich eine leichte Verbesserung, obwohl die Nachfrage weiterhin schwach ist und die Verkaufspreise unter Druck stehen. Die Unternehmen beurteilen die aktuelle Lage als schwierig, hoffen jedoch auf eine Stabilisierung der Preise in den kommenden Monaten.
Insgesamt zeigt der Verpackungssektor eine vorsichtige Aufwärtsbewegung, trotz bestehender Herausforderungen. Die Unternehmen passen ihre Produktion und Lagerbestände an und setzen auf eine Stabilisierung der Preise und eine Verbesserung der Auftragslage in naher Zukunft.
27. Juni 2024 | Im Frühjahr 2024 wurde der Trilog zum Entwurf der EU-Verpackungsverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) beendet. Der Ständige Ausschuss und das EU-Parlament haben dem Entwurf im März bzw. April 2024 zugestimmt. Die endgültige Fassung der PPWR soll im Herbst 2024 vom neuen Parlament verabschiedet werden.
Der Entwurf sieht unter anderem ein quantitatives Vermeidungsziel von 5 Prozent des Verpackungsverbrauchs pro Kopf vor, im Vergleich zum Bezugsjahr 2018. Darüber hinaus gibt es ein spezielles Reduktionsziel für Kunststoffverpackungen.
Der Einfluss der einzelnen Maßnahmen der Verpackungsverordnung auf das Vermeidungsziel kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Dies liegt daran, dass nach der Verabschiedung der Verpackungsverordnung noch viele Punkte offen sind. So können viele Maßnahmen erst nach Verabschiedung der delegierten Rechtsakte bewertet werden.
Auch der Beitrag der Mehrweg-Zielquoten lässt sich nur schwer quantifizieren. Hier bleibt insbesondere abzuwarten, wie sich die vorgesehenen Ausnahmen im Bereich der Getränkeverpackungen (z.B. Recyclingquoten und Unternehmenspools) auswirken werden.
Deutschland wird seine Vermeidungsziele auch ohne PPWR-Maßnahmen erreichen. Denn beim Verpackungsverbrauch zeichnet sich eine Trendwende ab. Die Zeiten steigender Verpackungsabfälle in Deutschland sind endgültig vorbei. Sowohl äußere Umstände wie die Deindustrialisierung als auch die Optimierungsanstrengungen der beteiligten Akteure werden bis 2030 zu einer deutlichen Reduktion des Verpackungsverbrauchs führen.
Die strikte Umsetzung einiger Maßnahmen, insb. der Rezyklateinsatzquoten in Kunststoffverpackungen, könnte diesem Trend entgegenwirken. Ohne Zulassungen von Rezyklaten für Lebensmittelverpackungen kommt eine solche Maßnahme einem Vermarktungsverbot von Kunststoffverpackungen gleich. Im Vergleich zu Kunststoffverpackungen haben viele Verpackungen aus anderen Materialien eine schlechtere Materialeffizienz. Das heißt, der Ersatz von Kunststoffverpackungen führt zu einem Anstieg des Verpackungsverbrauchs.
Quellen: PPWR-Entwurf, GVM (2023): Materialeffizienz von Verpackungen im Vergleich

27. Juni 2024 | Seit dem 1. Januar 2023 gilt die Mehrwegangebotspflicht in der Gastronomie. Diese Regelung verpflichtet Restaurants, Imbisse, Cafés und andere gastronomische Betriebe, neben Einwegverpackungen auch Mehrwegbehälter anzubieten. Ziel ist es, die Menge an Verpackungsmüll zu reduzieren.
Nach einem Jahr fällt die Bilanz gemischt aus: Zwar ist der Mehrweganteil 2023 im Vergleich zum Jahr vor der Mehrwegangebotspflicht um 0,8 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent gestiegen, aber das erklärte Ziel, die Verpackungsflut deutlich zu reduzieren, wurde verfehlt. Im Jahr 2023 wurden rund 14,6 Milliarden Einwegverpackungen ausgegeben, eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Demgegenüber standen 232 Millionen Speisen und Getränke in Mehrwegverpackungen. Trotz des Wachstums bleibt Mehrweg eine Randerscheinung im Gastronomiebereich.
Ein Hauptproblem ist die mangelnde Kontrolle und Durchsetzung der Mehrwegangebotspflicht. Viele Betriebe weisen ihre Kund*innen nicht aktiv auf die Mehrwegalternativen hin. Zudem nutzen viele Anbieter Papier- oder Aluminiumverpackungen als Alternative: diese Materialien fallen auch unter die Mehrwegangebotpflicht, wenn sie mit Kunststoff beschichtet sind.
Ein weiteres Hindernis ist das geringe Interesse der Kund*innen an Mehrwegoptionen, da Bequemlichkeit oft über Nachhaltigkeit siegt. Viele Betriebe haben auch Schwierigkeiten, geeignete Mehrwegsysteme zu implementieren und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen zu bewältigen.


27. Juni 2024 | Der Kunststoffspritzguss-Spezialist Jokey und der Umweltdienstleister Remondis arbeiten gemeinsam an einem innovativen Forschungsprojekt. Ziel ist es, praxistaugliche Prozesse für Polypropylen-Verpackungen aus dem gewerblichen Bereich zu entwickeln und für die Industrie zu skalieren. Beide Unternehmen streben an, recyceltes Polypropylen (rPP) herzustellen, das die Zulassungen europäischer und US-amerikanischer Behörden erhält. Seit 2022 forscht die Jokey Group unter wissenschaftlicher Begleitung an der Herstellung von rPP in Lebensmittelqualität. Remondis bringt seine langjährige Erfahrung im Recycling von PP und PE ein und verbessert kontinuierlich die Sortierung und Aufbereitung der Materialien.
In dieser Kooperation übernimmt Remondis die Sammlung, Rückführung und Sortierung von Lebensmittelverpackungen gewerblicher Endverbraucher. Diese Verpackungen werden mechanisch aufbereitet, um hochwertige Rezyklate zu gewinnen. Diese Rezyklate nutzt Jokey dann zur Produktion neuer Verpackungen. Durch diesen geschlossenen Wertstoffkreislauf, der ausschließlich aus Lebensmittelverpackungen besteht, wollen die beiden Unternehmen sicherstellen, dass aus recycelten Materialien wieder neue Food-Verpackungen hergestellt werden können.
